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Auf fünf Wegen in eine sichere Zukunft

Schlüchtern 

Das Ergebnis der Bedarfs- und Entwicklungsplanung für die Kindertagesbetreuung der Stadt Schlüchtern ist mehr als ein „Weiter so“. Der Sozialausschuss hat am Donnerstag „fünf Wege“ ins Spiel gebracht, die Kindertagesbetreuung zukunftsfähig zu machen.

Unter Vorsitz von Günther Koch (Grüne), der als Jugendhilfeplaner des Main-Kinzig-Kreises einige interessante Zahlen, Fakten und Prognosen präsentierte, einigten sich die Mitglieder des Sozialausschusses einmütig darauf, dem Stadtparlament fünf Vorschläge zu unterbreiten. „Es geht immer darum, bedarfsgerecht zu agieren“, erklärte Koch und stellte die Zahlen vor, nach denen Schlüchtern im Vergleich den anderen Kommunen im
Main-Kinzig-Kreis gut da stehe, was auch von den anwesenden Vertretern aus Stadtverwaltung und Ausschuss lobend hervorgehoben wurde.

Zusätzliche Plätze schaffen

Denn mit dem Umzug der „Zwergenwiese“ ins KuBe und der Neugründung der Waldgruppe in Niederzell und einer Gruppe in Wallroth sowie der Einstellung weiterer Fachkräfte habe der Fehlbedarf korrigiert werden können. Kerstin Baier-Hildebrand, bei der Stadtverwaltung auch zuständig für Kindertagesstätten, ging auf die aktuellen Zahlen ein. 641 Kinder werden betreut, (je 40 Unter- und Über-Dreijährige) hätten noch Bedarf. Zumindest rechnerisch könnten Plätze angeboten werden – laut Betriebserlaubnis sind dies 773. Die Zahl ist aber trügerisch. Die tatsächlichen Betreuungsplätze werden durch U-3-Kinder und jene mit Integrationsbedarf verringert. Und laut Koch sei davon auszugehen, dass zukünftig mehr Integrationsplätze benötigt werden. Baier-Hildebrand informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass vor allem in den Sozialräumen Schlüchtern-Innenstadt, Elm-Hutten und Wallroth-Breitenbach-Kressenbach Handlungsbedarf bestehe, was sie auch anhand der Geburtenzahlen zu belegen wusste.
Die Stadtverwaltung war nicht untätig. Im Gegenteil. Denn auf diese besonderen Konstellationen könne oder müsse man kurz- oder mittel-fristig reagieren. Zunächst wird dem Stadtparlament empfohlen, die Bedarfs- und Entwicklungsplanung für die Kindertagesbtreuung in ihrer grundsätzlichen Zielrichtung zu beschließen.


Weiter gibt es vier Punkte, mit denen die Fehlbedarfe in den Sozialräumen angegangen werden sollen. Punkt 1: Die Ausdehnung der Betreuungszeiten in der Kita Weitzelstraße bis 15 Uhr, die als einzige Kita im Stadtgebiet bislang nur vormittags geöffnet ist. Dazu seien schon Gespräche mit den Fachkräften geführt worden, die sich vorstellen können, ihre Arbeitszeit entsprechend anzupassen. Die Punkte 2 und 3 betreffen die Kitas in Elm und Wallroth, deren Träger jeweils der Zweckverband evangelischer Kindertagesstätten im Kirchenkreis Kinzigtal ist. In beiden Fällen wurde bereits über mögliche Erweiterungen gesprochen. In Wallroth ist jüngst ja sogar eine Gruppe hinzugekommen, die Betriebserlaubnis für diese ist aber zeitlich begrenzt. Vorschlag: Der Magistrat soll, gemeinsam mit dem Träger, tragfähige Perspektiven für eine dauerhafte bauliche Lösung zur Sicherung und Weiterentwicklung des Betreuungsangebots suchen. Das gilt in Wallroth wie in Elm. Überdies soll ein Architekturbüro beauftragt werden, Möglichkeiten zur baulichen Erweiterung der Kindertagesstätte „Spatzennest“ aufzuzeigen. Der 4. Punkt betrifft die Schaffung einer zusätzlichen Gruppe durch die Kindervilla Kunterbunt auf dem Gelände des Reitvereins (Natur- und tiergestützte Pädagogik) für Ü3-Kinder (wir berichteten).


„Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal“, befand Baier-Hildebrand, denn eine solche Gruppe mit tiergestützter Pädagogik gäbe es kreisweit noch nicht. „Das erweitert unser Portfolio“, lobte auch Koch die Idee.

tim

Kinzigtal-Nachrichten den 07. Juni 2025